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19.12.2019, AK Bayreuth

Informationsveranstaltung Digitales Handwerk im Dezember 2019

Bereits vor zwei Jahren war das Thema „Digitalisierung in der Arbeitswelt“ Motto der gut besuchten Veranstaltung des Arbeitskreises SCHULEWIRTSCHAFT Bayreuth, wo es gelang, die Staatssekretärin im Bundesministerium für Arbeit und Soziales, MdB Anette Kramme als Hauptrednerin zu gewinnen. Gastgeber war seinerzeit die Handwerkskammer für Oberfranken in Bayreuth.

Mittlerweile ist dort das „Kompetenzzentrum Digitales Handwerk Süd“ als eines von fünf Kompetenzzentren angesiedelt, und so freute man sich, dass der Arbeitskreis SCHULEWIRTSCHAFT Bayreuth erneut Gast der Handwerkskammer sein konnte.

Digitale Kompetenzzentren sind mittlerweile bundesweit als Teil des Förderschwerpunkts „Mittelstand-Digital – Strategien zur digitalen Transformation der Unternehmensprozesse“ installiert worden. Das an die HWK für Oberfranken angegliederte Kompetenzzentrum Süd widmet sich als „Schaufenster Süd“ dem Einsatz neuer Produktions- und Automatisierungstechnologien im Betrieb.

Die Begrüßung übernahm der 1. Vorsitzende für die Wirtschaftsseite des Arbeitskreises, Peter Schirmer und übergab danach an Oliver Eismann, der als stellvertretender Projektleiter des Kompetenzzentrums in Bayreuth durch die Veranstaltung führte. Nach kurzer Vorstellung des Projekts ging es direkt zum Highlight der Veranstaltung, den Rundgang durch die Werkstätten des Berufsbildungs- und Technologiezentrums der Handwerkskammer.

Fachbereich Bäckerei

  • Computergesteuerte Rezeptwaagen garantieren exakte Teigmischungen und damit immer gleichbleibend hohe Qualität
  • Programmierbare Gärautomaten gestatten es, für die Produktion wichtige Arbeitsschritte von den Nachtstunden auf den Vortag vorzuverlegen, um einen späteren Arbeitsbeginn zu ermöglichen.
  • Die für die Filialen mittlerweile üblichen Backöfen arbeiten prozessorgesteuert und helfen den Fachverkäuferinnen, Fehler zu vermeiden.
  • Die Waage-Kasse-Systeme an der Verkaufstheke erfassen vielfältige Daten, die z. B. für das Marketing und für die Buchführung bedeutsam sind. Erkenntnisse darüber, wann welche Ware vom Kunden begehrt wird, hilft zu jeder Zeit frische Ware in ausreichender Menge anbieten zu können.

Virtuelle Lackiererei

  • Der Einsatz der VR-Brille ermöglicht dem Probanden das Lackieren zum Beispiel einer Autotür, ohne dass ein realer Tropfen Lack verbraucht wird. Bewegungsabläufe können so optimal trainiert werden dank deutlich reduzierter Vorbereitungszeiten oder entfallender Wartezeiten während Trocknungsphasen. Die entfallenden Emissionen durch die nicht verbrauchten Lack- und Lösungsmittel sind ein zusätzlicher Beitrag für die Umwelt.

Ausbildung im virtuellen Schweißen

  • Die von der Handwerkskammer für Oberfranken verwendeten Systeme verwenden Augmented Reality, eine Vermischung aus virtueller Welt (beispielsweise virtuelles Werkstück, virtueller Lichtbogen, virtuelle Schweißnaht) mit der realen Welt des Schweißens (beispielsweise nahezu reale Umgebungsbedingungen, vergleichbare Schweißbrenner, identische Handhabung des Schweißers). Dadurch entsteht für den Teilnehmer eine sehr realistische Schweißsituation, die es ermöglicht, das in der Simulation am Schweißtrainer erlernte Know How unmittelbar in die reale schweißtechnische Ausbildung in der Schweißwerkstatt zu übertragen.
  • Die verschiedenen für das Schweißen notwendigen Handfertigkeiten, wie z. B. das Halten des richtigen Abstands, das Führen des Schweißbrenners mit konstanter Schweißgeschwindigkeit, das Anwenden des passenden Brenneranstellwinkels, werden einzeln und individuell trainiert. Während des Trainings bekommt der Teilnehmer stetig direkte Rückmeldungen über das System, so dass sich keine Fehler im schweißtechnischen Ablauf oder Fehlhaltungen im menschlichen System einschleichen können. Der Teilnehmer lernt schneller, effektiver und qualitativ objektiv seine Handfertigkeiten als Grundlage für die reale praktische Ausbildung. Die Simulation ermöglicht es sogar, die virtuelle „Schweißnaht“ zu brechen und zu analysieren.

Nach dem Rundgang, bei dem die Teilnehmer diese drei Beispiele des digitalen Wandels im Handwerk „live“ erleben konnten, stellte Herr Eismann in Video und Vortrag weitere aktuelle Entwicklungen der Digitalisierung im Handwerk wie zum Beispiel Neuerungen beim 3D-Druck und den Einsatz von Drohnen in der Bautechnik vor und beantwortete Fragen der Teilnehmer.

Die gut besuchte Veranstaltung bot zum Abschluss auch Gelegenheit, sich untereinander auszutauschen. Besonders die Lehrkräfte waren sich einig, viele neue Eindrücke für ihre Schüler und Schülerinnen mitnehmen zu können.